kunst Meran im haus der Sparkasse | Merano arte edificio Cassa di Risparmio

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1945 wurde in Italien das Wahlrecht für Frauen eingeführt, in Südtirol wählten die Frauen das erste Mal 1948. Dieses Ereignis jährt sich 2008 zum 60ten Mal und dient „kunst Meran“ als Anlass, sich in einer interdisziplinären Ausstellung mit der Rolle und der Stellung der Frau in der Gesellschaft zu befassen und den Besucher auf eine Zeitreise durch die Frauengeschichte zu schicken.


Vote for Women

12.04. _29.06.08

Das Zeitalter der Frauen: Zukunftsvision oder Realität?

Die Ausstellung „Vote for Women“ zeigt eine Zeitreise quer durch die Frauengeschichte und eine künstlerische Analyse der Gegenwart.

„Vote for Women“ ist ein Ausstellungsprojekt mit der Kuratorin Anne Schloen in Zusammenarbeit mit dem Beirat für Chancengleichheit der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol.

International renommierte Künstlerinnen reflektieren in den ausgestellten Werken den vielschichtigen und umfangreichen Rollenwandel der Frau in der Gesellschaft. Gezeigt werden Dokumentationen von Performances, Videoinstallationen, Fotografien, Zeichnungen, Bilder und Objekte von den 70er Jahren bis in die Gegenwart.
Anlass der Schau ist das Wahlrecht für Frauen in Südtirol seit 1948. Eine historische Übersicht zur Rolle der Frau in der Gesellschaft ist der wissenschaftliche Kontrapunkt zur subjektiven Sichtweise der Künstlerinnen. Durch die objektiv-wissenschaftliche einerseits und subjektiv-künstlerische Auseinandersetzung andererseits entsteht ein facettenreiches Bild der Frauengeschichte.

Geschichte: Eine historisch-dokumentarische Übersicht veranschaulicht die Prinzipien und grundlegenden Themen der Frauen- und Geschlechtergeschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt dieses rund 3 000 Jahre umfassenden geschichtlichen Teils steht die Frage nach den Einschränkungen, Rechten und Möglichkeiten der Frauen in den einzelnen Epochen. Den Abschluss dieser Frauengeschichte bildet die ausführliche Darstellung der Frauenbewegung im 20. Jahrhundert und die damit einhergehende Veränderung der gesellschaftlichen Position von Frauen.

Kunst: Den Gegenpol zur wissenschaftlich-historischen Übersicht bilden die Werke von internationalen zeitgenössischen Künstlerinnen. Gezeigt werden unter anderem zentrale Arbeiten aus der Frühphase der feministischen Kunst von VALIE EXPORT und Adrian Piper, aber auch Werke, die speziell für die Ausstellung konzipiert wurden, wie beispielsweise von den südtiroler Künstlerinnen Julia Bornefeld und Berty Skuber, sowie spektakuläre und preisgekrönte Videoarbeiten von Vanessa Beecroft und Pipilotti Rist. Thematisiert werden stets die gesellschaftliche Stellung der Frau und ihren unterschiedlichen Rollenmodellen. Dabei werden die gesellschaftlichen Normen, Werte und Erwartungen, die sich auf das Selbstverständnis, die Identität und das Verhalten von Frauen auswirken, kritisch von den Künstlerinnen hinterfragt. Aber auch unkonventionelle Positionen werden in der Ausstellung gezeigt: In einigen Arbeiten wird vorgeführt, wie sich Frauen nicht an die gesellschaftlichen Regeln halten und mit Selbstbewusstsein traditionelle Rollenmuster durchbrechen.

Freiraum für Selbstbestimmung: Anhand der historischen Entwicklung in Richtung Gleichberechtigung und den Werken der Künstlerinnen zeigt die Ausstellung einen Freiraum auf: einen Freiraum für Selbstbestimmung. „Vote for Women“ appelliert an die Frauen, die Spielregeln zu ändern, statt sich ihnen anzupassen, und fordert sie auf, mit Selbstbewusstsein und Eigensinn herkömmliche Grenzen im künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Bereich aufzulösen.

Teilnehmende Künstlerinnen:
Vanessa Beecroft (I), Julia Bornefeld (D), VALIE EXPORT (A), Parastou Forouhar (IR), Stefanie Klingemann (D), Lisa Milroy (CA), Zilla Leutenegger (CH), Adrian Piper (USA), Pipilotti Rist (CH, Berty Skuber (I) und Letizia Werth (I).

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog in zwei Bänden. Der Band mit der historisch-dokumentarischen Übersicht enthält Texte der Historikerinnen Verena Lösch (Meran), Alessandra Spada (Bozen), Milena Corsetto (Bozen) und Marlene Huber (Bozen). Der Katalog zur Kunstausstellung enthält Texte von Valerio Dehò (Bologna), Hanne Loreck (Hamburg) und Anne Schloen (Köln).

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VALIE EXPORT
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courtesy charim galery, wien

 

Pippilotti Rist, Ever is Over All, 1997

Pipilotti Rist, Ever is Over All, Video, 1997

 



Parastou Forouhar

 

Valie Export, Tapp- und Tast-Kino

VALIE EXPORT, Tapp- und Tastkino, 1968