
In A Gadda Da Vida

Iron Butterfl y, In A Gadda Da Vida
1968
Langspielplattencover
Privatsammlung, Bologna
Es war ein Musikstück mit einem originellen – und auch heute noch unverständlichen – Titel, das der progressiven kulturellen Annäherung zwischen Musik, Religion und Psychedelik einen Sinn verlieh. Aufgenommen im Jahr 1968, war es eine Acid-Rock-Nummer, die die ganze B-Seite des Debutalbums der Gruppe Iron Butterfly einnahm, deren Leader der Keyboarder Doug Ingle war. Es hieß, der Originaltitel hätte In the Garden of Eden lauten sollen, doch in den Phasen der Nachbearbeitung der Platte hat Ingle den Titel in In-A Gadda-Da-Vida geändert, was offensichtlich ein von LSD beeinflusster Satz gewesen war. Hier endet die Legende. Tatsächlich scheint es anders zugegangen zu sein, denn dem Schlagzeuger Ron Bushy zufolge hatte es sich schlicht um eine Verzerrung in der Kommunikation gehandelt: als er den Titel mit Kopfhörern im Aufnahmestudio gehört hatte, hätte er den Originaltitel nicht verstanden, dieser wurde schließlich verzerrt und ist dabei berühmt geworden. Soweit der Ursprung dieses Mythos. In dieser Verwechslung steckt die surrealistische Methode des cadavre exquis, oder zumindest die paradoxe Logik Duchamps, der denZufall zur Entscheidungsgewalt erhebt. Abgesehen davon war diese berühmte Nummer von einer für jene Jahre enormen und absolut ungekannten Länge. 17 Minuten ununterbrochene Musik, mit außerordentlichen Solos, zwei denkwürdigen Duetten und einer ständigen, ununterbrochenen rhythmisch- sonoren Textur. Die Nummer hat eine besondere Bedeutung angenommen, da sie mit Blue Cheer und Steppenwolf einen Punkt bezeichnet, in dem die Psychedelik das Heavy Metal gebiert und dabei andere Kometen wie Led Zeppelin hervorbringt. Auf dem Cover stechen oberhalb und hinter der Gruppe, die auf einer Bühne spielt, zwei große rötliche Blasen hervor. Das Leitbild der Psychedelik ist flüssig; ein Flüssiges, das ans Gasförmige grenzt, das sich unter dem Drängen innerer Druckkräfte verzerrt. Eine molekulare Instabilität bricht die Farben und vermischt sie zu kontinuierlichen Neuanordnungen von Tönen und Formen. Eine Verzerrung, die aus der Vision der Drogen und der Halluzinogene hervorgeht, wird zum Maßstab für Leben und Erkenntnis. „Die Psychedelik konstituiert ein wesentliches Phänomen für den Rock, so wie der pazifistische Protest des Greenwich Village oder die Bewegung von Berkeley. Man kann behaupten, dass die Droge im Rock der 60-er Jahre dieselbe Rolle gespielt hat wie der Sex im Rock n’ Roll der 50-er.“ (Piero Scaruffi)
Valerio Dehó
(Auszug aus dem Katalog-Text)
Künstler:
Lee Conklin
Kelley & Rick Griffin
Bob Fried
Randy Tuten, Jim Marshall
Bonnie MacLean
Victor Moscoso
Richard Hamilton
Peter Blake & Jann Haworth
Franco Vaccari
Bruno Benuzzi
Guy Harloff
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Nr 5 Design: Lee Conklin
Artist: Procol Harum, Santana, Salloom Sinclair
Producer & no: Bill Graham presents BG 143
Date: 31. 10. -2. 11. 1968
Poster
Courtesy Uwe Husslein

Peter Blake & Jann Haworth
The Beatles. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band
1967
Odeon/EMI
Privatsammlung Bologna
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