Stretch Sculpture
Erik Steinbrecher
Intensitäten ersetzen Intentionen, die Qualität des Plastischen
erscheint im Spiegel facettenreicher Befindlichkeiten. Etwa
in Politik oder Porno – einem Konvolut von stangenartigen
Skulpturen mit klingenden Namen wie Anaconda, Larry, Pony,
Luder, Afghan und Dong, die der in Berlin lebende Künstler
Erik Steinbrecher aus der Wand wachsen lässt.

Larry, Anaconda 2004 Kunstharz, Mischtechnik
94 x 6 x 105 cm, 280 x 9 x 500 cm
Courtesy Galerie Stampa Basel und Galerie Barbara Weiss Berlin
(Foto: Christian Wachter, Wien)
Das Sprachspiel „Politik oder Porno“, mit dem er die Präsentation
der Objekte in Wien überschrieb, suggeriert die Simultaneität
inhaltlich auseinander liegender Realitäten, das Prinzip einer
grotesken Montage.
Die einzelnen Objekte ähneln zwar Bekanntem – vom Knüppel
über das Fluggeschoss zum Phallus –, bleiben aber doch schlüpfrig-hybrid.
Dieses Ding aber lässt sich nicht eingemeinden, es ist antiautoritär,
ordnungswidrig,taktlos – eben eigensinnig künstlerisch. Die
humorvolle Verweigerung ist skeptisch und radikal antimetaphysisch,
die Skulpturen sind nicht Ausdruck oder Metapher, sondern
Analogie und Muster – Versammlungen, die vermeintliche Gewissheiten
zum Kippen bringen.
Text: Marion Piffer Damiani, Auszug aus
dem einleitenden Essay des Ausstellungskatalogs

Locke 2, Locke 1, Haken No. 4 2005 Larry 2004 Kunstharz
94 x 6 x 105 cm Galerie Stampa Basel (Foto: Serge Hasenböhler,
Basel)
(Foto: Serge Hasenböhler, Basel)
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